Der ProContext ProductManager® Produkte und Projekte in den Griff bekommen!

ProContext

Usability right from the start

10. April 2013 Was kommt vor der User Story? SCRUM mit Usability-Engineering noch wirksamer machen

Vortrag auf der iqnite 2013 am 23.04.2013 in Düsseldorf

Der Erfolg von SCRUM als Projektmanagement-Methode ist unumstritten. Doch führt agiles Vorgehen zwangsläufig dazu, dass "richtige Software" entsteht, sprich Software, die die Erfordernisse der Nutzer (user needs) in hohem Maße befriedigt?

In einem Entwicklungsunternehmen, das SCRUM wirksam etabliert hat, wurde in einem Entwicklungsprojekt mit klar umrissenem Scope evaluiert, was sich verändert, wenn man SCRUM mit Usability-Engineering-Aktivitäten anreichert.

In SCRUM-Projekten entstehen die folgenden Arbeitsprodukte als Basis für das zu entwickelnde Produkt:

  • ProductBacklog

    Das ProductBacklog ist eine priorisierte Liste aller bekannten Epics und User Stories. Es ist die einzige und zentrale Sammlung aller funktionalen Anforderungen.

  • Epics

    Epics sind große User Stories, deren Aufwand noch nicht (oder sehr grob) geschätzt sind. Vor der Implementierung müssen sie noch in kleiner Teile (User Stories) zerlegt werden.

  • User Stories

    Eine User Story beschreibt Anforderungen, die einen sichtbaren Mehrwert für den Kunden darstellen. Sie besteht aus der eigentlichen Anforderung (Wer will was warum?) und den Abnahmekriterien (Definition of Done).

  • Tasks

    Tasks sind kleine, überschaubare Aufgaben. Ihre Umsetzung sollte nicht länger als einen Arbeitstag in Anspruch nehmen.

Im Usability-Engineering wiederum entstehen die folgenden Arbeitsprodukte:

  • Benutzergruppenprofile

    Welche unterschiedlichen Nutzergruppen müssen unterstützt werden?

  • Kontextszenarien

    Welche Aufgaben erledigen die Nutzer tatsächlich? Was ist in Hinblick auf Organisation und Arbeitsumgebung zu berücksichtigen?

  • Erfordernisse

    Welche Informationen werden während der Aufgabenerledigung benötigt und zu welchem Zweck?

  • Nutzungsanforderungen

    Was müssten Nutzer am zukünftigen System konkret erkennen / auswählen / eingeben können?

  • Interaktions- und User-Interface-Spezifikation

    Wie müssen Dialogabläufe gestaltet werden und welche Objekte müssen am User Interface verfügbar sein?

  • User-Interface-Prototypen

    Wie lässt sich die Nutzung des Systems realitätsnah mit Nutzern überprüfen, ohne dass bereits Entwicklungsaktivitäten stattgefunden haben?

Die gemachte Erfahrung zeigt, dass es nicht ausreicht, durch einen Product-Owner Epics bzw. User Stories zu erarbeiten, die dann vom Team umgesetzt werden. Eine Aufarbeitung der Erfordernisse der Kunden ist zwingend notwendig und muss explizit als Arbeitsprodukt vorliegen. Die damit verbundenen Aufgaben können von (hierfür ausgebildeten!) Produktmanagern übernommen werden, die dann den Product-Ownern zuarbeiten.

Im durchgeführten Projekt konnten diese Arbeitsprodukte wirksam miteinander verzahnt werden und Erfahrungswerte für zukünftige Projekte erzielt werden. Das Ergebnis dieses Vorgehens wird im Vortrag dargestellt und zur Diskussion gestellt.


Über die Autoren

Dr. Uwe Henker (medatixx GmbH & Co. KG, Bamberg)
Dr. Uwe Henker studierte Informatik an der TU Dresden, wo er 2007 auch promovierte. Von 1997 bis 2007 arbeitete er als Entwicklungsleiter bei der Mediaform Informationssysteme GmbH. Nach zwei Jahren als Hauptabteilungsleiter Entwicklung und Qualitätssicherung bei DOCexpert, ist Dr. Henker seit 2011 Bereichsleiter Softwareproduktion bei der medatiXX GmbH & Co. KG. Er arbeitet seit vier Jahren mit insgesamt 10 Teams an zwei Standorten mit SCRUM und KANBAN.

Thomas Geis (ProContext Consulting GmbH)
Thomas Geis ist seit 1993 im Arbeitsgebiet Usability Engineering tätig und hat seitdem viele Produktentwicklungen aus der Nutzerperspektive begleitet und zahllose Usability-Tests durchgeführt. Zu seinen Auftraggebern zählen namhafte Hersteller von Medizinprodukten, Haushaltsgeräten sowie betriebswirtschaftlicher Software. Thomas Geis leitet seit langen Jahren den DIN-Ausschuss „Benutzungsschnittstellen“ und den ISO-Ausschuss „Common Industry Formats for usability-related information“, kurz CIF.

Details und Anmeldung zur iqnite 2013: http://www.iqnite-conferences.com/de/index.aspx